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Benedikt Müntnich: Liebe will lebendig sein


Religiöses Buch des Monats Januar 2010

Über kaum ein anderes Thema dürften bereits so viele Bücher geschrieben worden sein wie über die Liebe – als allgemein menschliches Phänomen, aber auch über die spezifisch christliche Sicht der Liebe. Wie kann man da noch etwas Neues über die Liebe sagen? Der Abt der Benediktinerabtei Maria Laach, Benedikt Müntnich, erhebt mit seinem neuen Buch „Liebe will lebendig sein“ aber gar nicht den Anspruch, etwas wesentlich Neues zu sagen. Es geht ihm vielmehr darum, eine „neue Nachdenklichkeit“ zu schaffen, denn gerade weil die Liebe derart zentral für den christlichen Glauben ist, gilt es doch, sie immer wieder neu zu bedenken.

Viele Facetten

Und weil die Liebe eine so elementare Rolle für unser Leben spielt, weil Gott selbst nichts anderes als Liebe ist, muss die Liebe auch nach dem ganzen Reichtum ihrer verschiedenen Facetten wahrgenommen und betrachtet werden. In diesem Bestreben zergliedert der Autor seine Betrachtungen aber nicht in einzelne voneinander abgetrennte Segmente, vielmehr wird das große Geheimnis der Liebe immer wieder umkreist und so aus verschiedenen Blickwinkeln gesehen, bis sich am Ende ein vollständigeres Gesamtbild ergibt.

Gott liebt zuerst

Dabei steht die wesentliche Methode dieser Überlegungen für den Autor von vorneherein fest: „Was Liebe ist, erkennen wir am besten im Blick auf Jesus Christus.“ Und aus diesem Blick auf Jesus heraus wird zunächst vor allem klar, dass unsere Liebe immer antwortende Liebe ist, Antwort auf die Liebe Gottes, der uns zuerst geliebt hat. Weil Gott aber nicht nur mich, sondern auch alle anderen Menschen liebt, kann ich Gott nur lieben, wenn ich auch den Nächsten liebe.

Nicht nur ein Gefühl

Der Autor scheut sich nicht, es klar auszusprechen, dass Liebe somit nicht nur ein Gefühl ist, das man eben hat oder auch nicht – Liebe bedeutet im Umfeld des täglichen Lebens in jedem Fall auch Verantwortung, Liebe muss daher gelernt, geordnet, geläutert, geübt, immer wieder neu gelebt werden. Und in ihrer absoluten Radikalität, so wie Jesus seine Liebe zu Gott und den Menschen gelebt hat, führt die Liebe letztlich bis ans Kreuz – von dort aber auch weiter bis zur Auferstehung.

Die Liebe Gottes wirken lassen

Sicher: Der Mensch kann eine Liebe in dieser Radikalität aus sich selbst heraus gar nicht hervorbringen – umso mehr geht es aber im Glauben darum, die Liebe Gottes in uns zuzulassen und in uns wirken zu lassen. Der Heilige Geist erfüllt die Herzen der Gläubigen mit Gottes Liebe. Dieses Bild aus dem Römerbrief zeigt für den Autor in besonders schöner Weise, worum es geht: Der Einzelne verliert seine Individualität nicht, wenn er sich ganz der Liebe Gottes öffnet, denn die Liebe Gottes, die nun in ihm wirkt, ist zwar nicht seine eigene, aber sie wirkt eben in seinem Herzen, so wie dieses ist, in der ganz zu ihm passenden und unverwechselbaren Weise.

Viele praktische Hinweise

Im weiteren Verlauf des Buches werden aber nicht nur die grundlegenden Zusammenhänge von Leben, Liebe und Glaube theologisch durchdacht, sondern auch viele praktische Hinweise gegeben, die uns helfen können, die Liebe im Alltag zu üben, von den allerkleinsten Lebensvollzügen bis hin zu Verzicht, Selbstlosigkeit und Opferbereitschaft. Und schließlich wird auch darauf hingewiesen, dass die von Jesus gelebte Liebe bis zur vollständigen Hingabe ihren höchsten Ausdruck im Sakrament der Eucharistie findet. Der Autor bezieht sich bei seinen Überlegungen immer wieder auf die Heilige Schrift, insbesondere das Neue Testament, aber auch auf die Ordensregel des heiligen Benedikt, der seinen Mönchen sehr praktische Unterweisungen erteilt hat, wie die Liebe zu Christus im alltäglichen Leben umzusetzen ist. So ist ein anschauliches und hilfreiches Buch entstanden, das dem Leser viele Impulse zu geben vermag. (Sankt Michaelsbund)

Benedikt Müntnich: Liebe will lebendig sein. Über die höchste christliche Tugend. Ostfildern: Matthias-Grünewald-Verlag. – 146 S.; 14,90 €

(Als „Religiöses Buch des Monats“ benennen der Borromäusverein, Bonn, und der Sankt Michaelsbund, München, monatlich eine religiöse Literaturempfehlung, die inhaltlich-literarisch orientiert ist und auf den wachsenden Sinnhunger unserer Zeit antwortet.)

Quelle: www.pfarrbriefservice.de

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